Ratgeber
Kosten beim Hauskauf: Was der Kauf wirklich kostet
Der Kaufpreis steht im Exposé — alles andere kommt obendrauf. Die vier Kostenblöcke im Überblick, mit Rechenbeispiel und der Frage, wie viel Eigenkapital Sie wirklich brauchen.
Kaufpreis
100 %
Der verhandelte Preis für Grundstück und Gebäude. Er ist der einzige Posten, der sich direkt verhandeln lässt — und der Bezugspunkt für fast alle anderen.
Kaufnebenkosten
7–13 %
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler. Fallen beim Kauf sofort an und müssen in der Regel aus Eigenkapital gedeckt werden.
Einzugskosten
2–8 %
Renovierung, Küche, Möbel, Umzug und der Kleinkram, den niemand einplant. Beim Bestandskauf oft der am stärksten unterschätzte Block.
Laufende Kosten
3–4 €/m²/Monat
Grundsteuer, Versicherungen, Instandhaltungsrücklage, Energie und bei Eigentumswohnungen das Hausgeld — dauerhaft neben der Kreditrate.
Rechenbeispiel
Einfamilienhaus für 400.000 € in Nordrhein-Westfalen
Bestandsobjekt mit moderatem Renovierungsbedarf, Kauf über einen Makler. Die Nebenkostensätze entsprechen exakt denen, mit denen auch unser Budgetrechner arbeitet.
| Position | Satz | Betrag |
|---|---|---|
| Kaufpreis | — | 400.000 € |
| Grunderwerbsteuer | 6,50 % | 26.000 € |
| Notar und Grundbuch | 2,00 % | 8.000 € |
| Maklerprovision (Käuferanteil) | 3,57 % | 14.280 € |
| Kaufnebenkosten gesamt | 12,07 % | 48.280 € |
| Renovierung, Küche, Umzug | ca. 5 % | 20.000 € |
| Gesamtaufwand | — | 468.280 € |
Beispielrechnung ohne Gewähr. Die Grunderwerbsteuer variiert je Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %, die Maklerprovision ist regional unterschiedlich und verhandelbar. Ihr konkretes Budget rechnen Sie am schnellsten im Budgetrechner durch.
Warum der Kaufpreis nur die halbe Wahrheit ist
Beim Immobilienkauf steht der Kaufpreis im Exposé — alles andere kommt obendrauf. Wer nur den Kaufpreis kalkuliert, unterschätzt die tatsächlich benötigte Summe je nach Bundesland und Objektzustand um 10 bis 20 Prozent. Genau an dieser Lücke scheitern Finanzierungen kurz vor dem Notartermin.
Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Blöcken zusammen: dem Kaufpreis, den Kaufnebenkosten, den einmaligen Einzugskosten und den laufenden Kosten nach dem Einzug. Die ersten drei entscheiden über die benötigte Finanzierungssumme, der vierte über die dauerhafte Belastbarkeit Ihres Haushalts. Beides gehört von Anfang an in dieselbe Rechnung.
Block 2: Die Kaufnebenkosten
Die Kaufnebenkosten sind der bekannteste und am besten kalkulierbare Block. Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, Notar und Grundbuchamt kosten zusammen rund 2 Prozent, und die Maklerprovision wird seit 2020 beim Privatkauf zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.
Banken finanzieren diesen Block ungern mit, weil ihm kein Gegenwert im Grundbuch gegenübersteht. Eine Vollfinanzierung inklusive Nebenkosten ist machbar, in der Regel mit einem Zinsaufschlag — wer die Nebenkosten aus Eigenkapital deckt, öffnet sich spürbar bessere Konditionen. Alle Details und die Werte je Bundesland stehen auf unserer Seite zu den Kaufnebenkosten.
Block 3: Was nach dem Notartermin kommt
Der am häufigsten übersehene Block. Zwischen Schlüsselübergabe und dem ersten normalen Wohnmonat liegen Ausgaben, die schnell fünfstellig werden: Küche, Bodenbeläge, Malerarbeiten, Elektrik, Umzugsunternehmen, neue Möbel für Räume, die es vorher nicht gab. Beim Bestandsobjekt kommen oft Sofortmaßnahmen dazu, die erst beim Einzug sichtbar werden.
Kalkulieren Sie diesen Block bewusst und mit Puffer — 2 bis 8 Prozent des Kaufpreises sind ein realistischer Korridor, je nach Zustand und eigenem Anspruch. Ein Teil davon lässt sich mitfinanzieren, wenn er wertsteigernd ist und von Anfang an im Finanzierungsantrag steht. Nachträglich beantragte Erhöhungen sind deutlich aufwendiger.
- Küche: 5.000–20.000 €, oft nicht im Kaufpreis enthalten.
- Renovierung Bestandsobjekt: je nach Zustand 200–800 €/m².
- Umzug: 1.000–4.000 € je nach Entfernung und Umfang.
- Puffer für Unvorhergesehenes: mindestens 5.000 €.
Block 4: Die laufenden Kosten nach dem Einzug
Nach dem Einzug tritt die Kreditrate neben Kosten, die es beim Mieten so nicht gab. Grundsteuer, Wohngebäude- und Elementarversicherung, Schornsteinfeger, Wartung und die Instandhaltungsrücklage summieren sich auf einen Betrag, den Banken bei der Haushaltsrechnung ansetzen — und den Sie kennen sollten, bevor die Bank ihn nennt.
Als Orientierung gelten 3 bis 4 Euro je Quadratmeter und Monat für Nebenkosten und Rücklage, bei Eigentumswohnungen abgebildet über das Hausgeld. Für die Instandhaltung empfiehlt sich zusätzlich eine Rücklage von rund 1 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr. Wer das von Anfang an einplant, wird von der ersten Nebenkostenabrechnung nicht überrascht.
Wie viel Eigenkapital Sie realistisch brauchen
Die verbreitete Faustregel lautet: Kaufnebenkosten plus 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln. Bei einem Objekt für 400.000 Euro in Nordrhein-Westfalen sind das die Nebenkosten plus 40.000 bis 80.000 Euro — dazu die Einzugskosten, die ebenfalls nicht aus dem Kredit kommen sollten.
Weniger Eigenkapital schließt den Kauf nicht aus. Vollfinanzierungen werden von einigen Banken vergeben, in der Regel mit Zinsaufschlag und bei stabilem Einkommen. Zwischen beiden Extremen liegt viel Spielraum: Schon ein Teil der Nebenkosten aus eigener Tasche verbessert den Beleihungsauslauf und damit die Kondition. Wir schauen uns an, welche Konstellation für Sie den besten Gesamtpreis ergibt.
Häufige Fragen
Fragen zu den Kosten beim Hauskauf
Was kostet ein Hauskauf insgesamt?
Neben dem Kaufpreis fallen 7 bis 13 Prozent Kaufnebenkosten an, dazu einmalige Einzugskosten von typisch 2 bis 8 Prozent für Renovierung, Küche und Umzug. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro landen Sie damit realistisch bei 460.000 bis 490.000 Euro Gesamtaufwand — plus laufende Kosten von 3 bis 4 Euro je Quadratmeter und Monat nach dem Einzug.
Welche Kosten fallen beim Immobilienkauf an?
Vier Blöcke: der Kaufpreis, die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler), die einmaligen Einzugskosten (Renovierung, Küche, Umzug) und die laufenden Kosten (Grundsteuer, Versicherungen, Instandhaltungsrücklage, Energie, bei Eigentumswohnungen das Hausgeld). Die ersten drei bestimmen die Finanzierungssumme, der vierte die dauerhafte Belastbarkeit.
Wie viel Eigenkapital brauche ich beim Hauskauf?
Als Richtwert die kompletten Kaufnebenkosten plus 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Weniger geht auch — Vollfinanzierungen sind machbar, in der Regel mit einem Zinsaufschlag und bei stabilem Einkommen. Jeder zusätzliche Eigenkapital-Euro senkt den Beleihungsauslauf und damit die Kondition, deshalb lohnt sich schon ein Teilbetrag.
Welche Kosten kann ich mitfinanzieren?
Wertsteigernde Maßnahmen wie eine Sanierung oder eine fest verbaute Küche lassen sich in die Finanzierung aufnehmen, wenn sie von Anfang an im Antrag stehen. Kaufnebenkosten sind mitfinanzierbar, kosten aber Zinsaufschlag. Umzug und Möbel finanzieren Banken in der Regel nicht über die Baufinanzierung — dafür ist ein separater Rahmen der bessere Weg.
Wie hoch sind die laufenden Kosten für ein Haus?
Als Orientierung 3 bis 4 Euro je Quadratmeter und Monat für Grundsteuer, Versicherungen, Wartung und Rücklage — bei 140 Quadratmetern also rund 420 bis 560 Euro monatlich zusätzlich zur Kreditrate. Bei Eigentumswohnungen bildet das Hausgeld einen Großteil davon ab. Für die Instandhaltung sollten Sie zusätzlich rund 1 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr zurücklegen.
Passende Rechner
Ihre Gesamtkosten durchrechnen
Weiterlesen
Einzelne Kostenblöcke im Detail
Kaufnebenkosten im Detail
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler je Bundesland.
Grunderwerbsteuer je Bundesland
Aktuelle Sätze von 3,5 % bis 6,5 % im Vergleich.
Eigenkapital beim Hauskauf
Wie viel Sie brauchen — und was ohne viel Eigenkapital möglich ist.
Objektzustand bewerten
Renovierungsbedarf erkennen, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist.
Alle Kaufkosten auf einen Blick — in der BaufiQuadrat-App
KI-Assistent Laro begleitet dich 24/7 — von der ersten Kalkulation bis zur persönlichen Beratung durch Max. Kostenlos für iOS und Android.
App downloaden