Ratgeber

Dämmung und Gebäudehülle: BAFA-Förderung für Dach, Fassade und Fenster

BAFA-Förderung für die Gebäudehülle: Fördersätze für Dachdämmung, Fassade und Fenster, der iSFP-Bonus, förderfähige Höchstkosten und der Antragsweg.

Was die BAFA nach der Reform noch fördert

Die Zuständigkeit hat sich 2024 verschoben, und das sorgt bis heute für Verwirrung. Die Aufteilung ist inzwischen aber klar:

MaßnahmeZuständig
Heizungstausch (Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie)KfW
Dämmung von Dach, Fassade, KellerdeckeBAFA
Fenster und AußentürenBAFA
Lüftungsanlagen, Anlagentechnik ohne HeizungBAFA
Heizungsoptimierung, hydraulischer AbgleichBAFA
Energieberatung und iSFPBAFA
Komplettsanierung zum EffizienzhausKfW (Kredit 261)

Wer also nach Dämmung sucht, ist bei der BAFA weiterhin genau richtig — nur beim Heizungstausch führt der Weg zur KfW.

Die Fördersätze für die Gebäudehülle

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gilt ein Grundfördersatz von 15 Prozent. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan kommen 5 Prozentpunkte dazu, macht 20 Prozent.

Die zweite und oft wichtigere Wirkung des iSFP betrifft die Bemessungsgrundlage: Die förderfähigen Höchstkosten verdoppeln sich von rund 30.000 auf rund 60.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr. Bei einem größeren Vorhaben ist das der eigentliche Hebel — der Zuschuss steigt dann nicht nur um ein Drittel, sondern um ein Vielfaches.

Damit eine Maßnahme förderfähig ist, muss sie technische Mindestanforderungen erfüllen, insbesondere bestimmte U-Werte für das jeweilige Bauteil. Ihre Energieeffizienz-Expertin oder Ihr -Experte prüft das vorab — diese fachliche Begleitung ist bei Maßnahmen an der Gebäudehülle Pflicht und selbst förderfähig.

Welche Maßnahme sich wann lohnt

Oberste Geschossdecke. Der Klassiker unter den schnellen Erfolgen: Material und Arbeit sind vergleichsweise günstig, der Effekt ist groß, weil Wärme nach oben entweicht. Häufig amortisiert sich die Maßnahme innerhalb weniger Jahre. Wenn der Dachboden ungenutzt bleibt, ist sie fast immer die erste Wahl.

Dachdämmung. Deutlich teurer als die Geschossdecke, dafür bleibt der Dachraum nutzbar. Wirtschaftlich wird sie vor allem dann, wenn die Dacheindeckung ohnehin ansteht — dann sind es nur noch Mehrkosten statt Vollkosten.

Fassadendämmung. Der größte Einzelposten und der mit der längsten Amortisation. Rechnen Sie ihn nie isoliert: Wenn ein Gerüst ohnehin steht und der Putz erneuert werden muss, verschiebt sich die Rechnung erheblich zugunsten der Dämmung.

Kellerdecke. Günstig, schnell umsetzbar, spürbar für den Wohnkomfort im Erdgeschoss. Oft in Eigenleistung möglich — dann sind allerdings nur die Materialkosten förderfähig.

Fenster und Außentüren. Wirken sowohl energetisch als auch auf Schallschutz und Einbruchsicherheit. Wichtig: Nach einem Fenstertausch muss das Lüftungskonzept stimmen, sonst wird aus einer Energiesparmaßnahme ein Feuchteproblem.

Die Reihenfolge entscheidet mit

Der häufigste teure Fehler ist, Maßnahmen in der falschen Reihenfolge umzusetzen. Wer zuerst eine neue Heizung einbaut und danach die Gebäudehülle dämmt, hat die Heizung auf eine Heizlast ausgelegt, die es hinterher nicht mehr gibt — die Anlage ist überdimensioniert, arbeitet ineffizient und war teurer als nötig.

Genau dafür gibt es den individuellen Sanierungsfahrplan: Er legt die Reihenfolge fest, in der die Schritte aufeinander aufbauen, statt sich gegenseitig zu entwerten. Bei mehr als einer geplanten Maßnahme ist er deshalb weniger ein Förderbonus als eine Planungsgrundlage — der höhere Fördersatz kommt obendrauf.

Für Vermieter und Kapitalanleger

Vermieterinnen und Vermieter sind bei den BEG-Einzelmaßnahmen antragsberechtigt und erhalten Grundförderung und iSFP-Bonus. Die selbstnutzerbezogenen Boni der Heizungsförderung entfallen, für die Gebäudehülle spielt das aber ohnehin keine Rolle.

Steuerlich mindert der Zuschuss die abschreibungsfähigen Kosten. Der verbleibende Eigenanteil ist je nach Einordnung als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar oder wandert über die AfA in die Abschreibung. Dazu kommt der energetische Effekt auf Vermietbarkeit und Objektbewertung — bei einem alternden Bestand ein Faktor, der zunehmend auf den Verkehrswert durchschlägt.

Ob sich eine konkrete Maßnahme für Ihr Objekt rechnet, hängt an Kosten, Energieeinsparung, Steuersatz und Mietpotenzial gleichzeitig. Genau diese vier Größen bringt der Kapitalanlage-Rechner in eine Zahl.

Der Antragsweg

Der Ablauf ist derselbe wie bei allen Förderanträgen: erst beantragen, dann beauftragen. Als Vorhabenbeginn gilt bereits der Abschluss des Liefer- oder Leistungsvertrags — ein Vertrag mit aufschiebender Bedingung löst dieses Timing-Problem sauber. Die Energieberatung selbst zählt nicht als Beginn und darf vorher stattfinden.

Den vollständigen Ablauf mit allen Fristen finden Sie auf unserer Seite zum Förderantrag.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Wird eine Dachdämmung von der BAFA gefördert?

Ja. Maßnahmen an der Gebäudehülle — Dach, oberste Geschossdecke, Fassade, Kellerdecke, Fenster und Außentüren — laufen weiterhin über die BAFA als BEG-Einzelmaßnahmen. Nur die Heizungsförderung ist 2024 zur KfW gewandert. Der Fördersatz liegt bei 15 Prozent, mit individuellem Sanierungsfahrplan bei 20 Prozent.

Was bringt der iSFP-Bonus?

Der individuelle Sanierungsfahrplan hebt den Fördersatz um 5 Prozentpunkte und verdoppelt die förderfähigen Höchstkosten je Wohneinheit. Er wird von einer Energieeffizienz-Expertin oder einem -Experten erstellt und ist selbst förderfähig. Bei mehreren geplanten Maßnahmen rechnet sich der Fahrplan fast immer — er ordnet die Reihenfolge zudem so, dass sich die Schritte nicht gegenseitig entwerten.

Wie hoch sind die förderfähigen Höchstkosten?

Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle liegen sie in der Größenordnung von 30.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr, mit iSFP von 60.000 Euro. Was darüber liegt, tragen Sie selbst. Die Grenze gilt je Jahr — bei umfangreichen Vorhaben kann es sich deshalb lohnen, Maßnahmen über zwei Kalenderjahre zu verteilen.

Lohnt sich die Dämmung finanziell überhaupt?

Das hängt stark am Bauteil. Die oberste Geschossdecke amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre, weil sie günstig und wirksam ist. Eine Vollwärmeschutzfassade braucht dagegen deutlich länger und rechnet sich am besten, wenn das Gerüst ohnehin steht — etwa bei einer fälligen Fassadensanierung. Rechnen Sie deshalb nicht die Dämmung allein, sondern die Mehrkosten gegenüber der ohnehin anstehenden Maßnahme.

Rechne dein Vorhaben in der BaufiQuadrat-App durch

KI-Assistent Laro begleitet dich 24/7 — von der ersten Kalkulation bis zur persönlichen Beratung durch Max. Kostenlos für iOS und Android.

App downloaden

Verwandte Artikel