Kaufnebenkosten nach Bundesland
Kaufnebenkosten in Brandenburg
Brandenburg hat mit 6,5 % den höchsten Grunderwerbsteuersatz — gemeinsam mit NRW, Schleswig-Holstein und dem Saarland. Trotzdem ist das Berliner Umland (Potsdam, Falkensee, Bernau) einer der dynamischsten Immobilienmärkte Deutschlands. Käufer müssen die hohen Nebenkosten bei der Finanzierungsplanung besonders sorgfältig einkalkulieren.
6,5 %
Grunderwerbsteuer
2,0 %
Notar & Grundbuch (ca.)
3,57 %
Makler je Seite (üblich)
12,07 %
Gesamte Nebenkosten (ca.)
Grunderwerbsteuer
Brandenburg erhöhte den Satz 2015 von 5,0 % auf 6,5 % — die bisher letzte Anhebung. Seitdem gibt es regelmäßig politische Diskussionen über eine Senkung, um mit dem Berliner Satz (6,0 %) gleichzuziehen, bisher ohne Ergebnis.
Notar & Grundbuch
In ländlichen Regionen Brandenburgs sind Notartermine oft kurzfristiger verfügbar als in Berlin oder Potsdam. Die Kosten unterscheiden sich nicht, da sie bundesweit einheitlich geregelt sind. Bei komplexeren Transaktionen (z. B. Mehrgenerationenhäuser mit Teilungserklärung) sollten Sie mit etwas höheren Notarkosten rechnen.
Maklerprovision
Im Berliner Speckgürtel ist die Maklerprovision marktüblich (3,57 % je Seite). In peripheren Lagen Brandenburgs (Uckermark, Prignitz) arbeiten Makler gelegentlich mit reduzierten Sätzen, um Verkäufe überhaupt zu realisieren.
Für Kapitalanleger
Der Brandenburger Markt ist stark zweigespalten: Der Berliner Speckgürtel zeigt anhaltende Preissteigerungen und niedrige Leerstände, während periphere Regionen wie die Lausitz oder Uckermark mit Abwanderung und hohem Leerstand kämpfen. Investieren Sie nur in Lagen mit stabiler oder wachsender Bevölkerung.
Tipp für Käufer
Achten Sie auf Altlasten: In Brandenburg gibt es zahlreiche ehemalige Industriestandorte und Militärflächen mit potenziellen Bodenbelastungen. Ein Blick ins Altlastenkataster vor dem Kauf kann teure Überraschungen vermeiden.
Häufige Fragen
Fragen zu Kaufnebenkosten in Brandenburg
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Brandenburg?
Brandenburg hat mit ca. 12–14 % die höchsten Kaufnebenkosten: 6,5 % Grunderwerbsteuer, ca. 2,0 % Notar/Grundbuch und 3,57 % Maklerprovision. Ohne Makler ca. 8,5 %.
Lohnt sich ein Kauf im Berliner Umland trotz hoher Nebenkosten?
Häufig ja — die deutlich niedrigeren Quadratmeterpreise im Umland kompensieren die höheren Nebenkosten oft mehr als nur. Ein Haus in Falkensee für 400.000 € mit 6,5 % Grunderwerbsteuer ist absolut immer noch günstiger als ein vergleichbares Objekt in Berlin für 600.000 € mit 6,0 %.
Gibt es Altlasten-Risiken beim Kauf in Brandenburg?
Ja, insbesondere auf ehemaligen Militär- und Industrieflächen. Prüfen Sie das Altlastenkataster des Landkreises und lassen Sie im Zweifelsfall ein Bodengutachten erstellen.